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Die Demokratie ist weltweit unter Druck. Es ist höchste Zeit, dagegen gemeinsam ein Zeichen zu setzen: Warum nicht einfach mal die Demokratie feiern? Mit einem riesengroßen Dinner, vielleicht dem größten der Welt ...

Am Sonnabend, dem 17. Juni 2017 um 17 Uhr heißt es überall im Land: Tische und Stühle raus und schön eindecken! Freundinnen, Freunde, Nachbarn und Fremde einladen, essen, debattieren, feiern und gemeinsam zeigen, welches Land Deutschland sein will und sein kann.

Zeitgleich überall, auf Dorfplätzen und Rathausmärkten, auf Fußballfeldern, Bürgersteigen und Dachterrassen, in Stadtparks und Hinterhöfen … setzen Menschen ein international sichtbares Zeichen für das Engagement der Bürgergesellschaft und für gelebte Offenheit, Gastfreundschaft, Großzügigkeit, Vielfalt und Freiheit. Aus vielen Begegnungen und Gesprächen wird ein großer Moment der Demokratie.

Gemeinsam mit der Diakonie Deutschland rufen wir dazu auf, zur Abwechslung einmal DAFÜR sein: für die Demokratie, für ein friedliches Miteinander über Zugehörigkeiten hinweg, für eine menschenfreundliche und offene Gesellschaft. Wofür wir eintreten, haben wir in 10 Thesen zusammengefasst. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind, als Gast oder mit Ihrer eigenen Tafel vor Ort … 

 

In fünf Schritten zur eigenen Tafel

Wenn wir am 17.Juni überall gemeinsam tafeln, diskutieren, die Offenheit unserer Gesellschaft feiern, wird daraus ein großer Moment für die Demokratie. Gemeinsam setzen wir ein international sichtbares Zeichen. So starten Sie Ihre eigene Tafel …

Schritt 1: Freund/in werden
Falls noch nicht getan – werden Sie Freundin oder Freund der offenen Gesellschaft! So setzen Sie bereits mit vielen tausend anderen ein Zeichen für die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Humanität. Indem Sie sich entsprechend anmelden, können wir Ihre Tafel hier darstellen und mit Ihnen kommunizieren. 

Schritt 2: Andere begeistern & Pläne schmieden
Ob mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Ihrer Familie, dem Verein, der Schule, oder Firma: Bereiten Sie einen kleinen Tisch oder eine lange Tafel vor, im Hof, auf dem Marktplatz, der Straße oder als Picknick im Park. Mit Tischreden, Musik und Tanz, Diskussionsrunden oder Spielen – ganz wie Sie mögen! Melden Sie Ihre Tafel hier an, um mit vielen anderen ein Zeichen zu setzen. Wir liefern Ihnen Neuigkeiten, Tipps, Material & Formatideen.

Schritt 3: Einladen
Laden Sie ein: Familie, Kumpels, Nachbarn, Fremde und Verwandte, Neubürger, Geflüchtete, Alteingesessene, Vereinsmitglieder, Arbeitskolleginnen, Passanten, Politikerinnen, Künstler und nette Leute, die zufällig vorbeikommen ...

Schritt 4: Zusammen feiern
An allen Tafeln wird zusammen gegessen und getrunken, oder auch gemeinsam das Fastenbrechen im Ramadan gefeiert. Was an Ihrer Tafel noch passiert, entscheiden Sie und Ihre Gäste. Sich kennenlernen, Geschichten erzählen, singen, diskutieren, tanzen, den Sommer genießen … es ist Ihre Tafel!

Schritt 5: Momente teilen
Wir freuen uns über Eindrücke von vielen zeitgleichen Tafeln im Land. Teilen Sie Momente, Fotos, Zitate und Videos mit uns und der Öffentlichkeit. So wird aus vielen Begegnungen vor Ort ein großes, gemeinsames Zeichen! Nutzen Sie hierfür den Hashtag #dafür im Netz und/oder schreiben Sie uns direkt an - live und im Nachhinein.  

Wollen Sie noch mehr wissen? Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen

 

10 Thesen

Wir sind dafür, …
 

1 – dass die Politik die freiheitlich und demokratisch eingestellte Mehrheit in Deutschland unterstützt

Vier Fünftel der Wählerinnen und Wähler in Deutschland sind freiheitlich und demokratisch eingestellt. Ihre Themen sind weder Angst noch Wut, schon gar nicht Hass und Fremdenfeindlichkeit.

2 – als Mehrheit gemeinsam Gesicht für die Demokratie zeigen, um sie zu verteidigen.

Weil sie die einzige Gesellschaftsform ist, die Menschen Freiheit zur Mitgestaltung bietet. Was uns allen in jeder Hinsicht zu Gute kommt: Deutschland ist eines der reichsten, sichersten und attraktivsten Länder der Welt. Dass es auch hier eine Menge zu kritisieren, verbessern, modernisieren gibt, ist keine Frage und auch kein Problem: die offene Gesellschaft braucht ja Kritik, um sich dynamisch weiterzuentwickeln, in einer sozialen und natürlichen Umwelt, die stetig in Bewegung ist.

3 – dass die Erfolgsgeschichte der Integration in Deutschland seit dem 20. Jahrhundert Anerkennung findet.

Warum die Hysterie um die zweifellos große Herausforderung der Integration der Geflüchteten? 1945 gab es in Deutschland 55 Millionen Flüchtlinge, Vertriebene, befreite Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge; seither schreiben wir eine unglaubliche Erfolgsgeschichte der Integration, fortgesetzt später durch die Integration der sogenannten Gastarbeiter, der Boat-People aus Vietnam und Laos, der Geflüchteten aus Jugoslawien wie auch dem Irak, der Spätaussiedler.

4 – dass das mangelnde Demokratieverständnis und die fehlende Gemeinwohlorientierung, das in Teilen der Elite sichtbar ist, nicht weiter toleriert wird.

Teile der Eliten sind schlecht integriert und zerstören Systemvertrauen. Nicht abreißende Skandale um Volkswagen und Deutsche Bank, Steuerflucht von vermögenden Menschen und Steuervermeidung von Unternehmen zeigen fehlende Gemeinwohlorientierung und damit mangelndes Demokratieverständnis der Verantwortlichen.

5 – dass in einer offenen Gesellschaft nicht die Rede vom Volk, sondern von der Bevölkerung sein sollte;

nicht von der Lügenpresse, sondern von der Pressefreiheit, nicht vom Überwachungsstaat, sondern von individueller Freiheit und Privatheit, nicht von Willkür, sondern vom Recht.

6 – dass diejenigen, die die Gesellschaft durch das gelebte Gegenteil von Hass, Gleichgültigkeit und Ausgrenzung zusammenhalten, die Anerkennung erhalten, die ihnen gebührt.

Die Gesellschaft wird von denen zusammengehalten, die ihren Job machen – in den Krankenhäusern, Schulen, in mittelständischen Unternehmen, in Parteien, in bürgerschaftlichen Organisationen, bei der Polizei und, und, und. Fast die Hälfte engagiert sich im Ehrenamt und trägt zum Gemeinwohl bei. Das ist das gelebte Gegenteil von Hass, Gleichgültigkeit und Ausgrenzung. Das ist die offene Gesellschaft.

7 – dass all die vielen prodemokratischen Aktionen, Initiativen, Kampagnen und Engagements zusammenarbeiten, um sichtbar zu machen wer die Mehrheit in diesem Land ist.

Unsere Initiative setzt genau da an: Wo sich Menschen engagieren, für andere eintreten, für den Rechtsstaat, die Demokratie, gegen die Verwahrlosung der politischen Sprache und Kultur. Es war die demokratische Mehrheit einer engagierten Bürgerschaft, die Pegida nirgendwo in Deutschland außer in Dresden hat hochkommen lassen, und es war die Mehrheit der offenen Gesellschaft, die seit dem Spätsommer 2015 aktiv für das Asylrecht und die Flüchtlingshilfe eingetreten ist. Es wird keine rechtspopulistische Partei im Deutschen Bundestag geben.

8 – für diese Gesellschaft, für ihre Weiterentwicklung und Verbesserung.

Wir sind für mehr Teilhabe, mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Anerkennung für diejenigen, die die Gesellschaft zusammenhalten. Die offene Gesellschaft ist jede und jeder, in unterschiedlichen Feldern aktiv und engagiert. Wir werden sehr viele und 2017 eine Million, die überall in Deutschland für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit demonstrieren werden. Vielleicht auch mehr.

9 – dass Demokratie verteidigt wird, solange sie noch besteht.

Brexit und US-Wahl haben nach dem jeweiligen Debakel eine Menge Menschen auf die Straßen und Plätze gebracht. Das ist gut. Es wäre aber besser gewesen, sich vorher für die Demokratie und die Offene Gesellschaft einzusetzen.

10 – dass wir Freunde werden! Wir schaffen das!

Werden Sie Freundin oder Freund der Offenen Gesellschaft!

 

Häufig gestellte Fragen & Antworten

ALLGEMEIN
 

Was genau passiert am 17. Juni?

Überall in Deutschland stellen Bürger, Initiativen und Organisationen Tische und Stühle auf. Sie laden ein zu Begegnungen und Diskussionen und feiern gemeinsam ein Fest für die Demokratie. Zusammen setzen sie ein international sichtbares Zeichen für das Engagement der Bürger- und Einwanderungsgesellschaft.

Wieso machen wir das?

Noch nie seit der Wende standen die Demokratie und die offene Gesellschaft so unter Druck. Wir sehen es nicht nur in den USA, in der Türkei, in Polen und Ungarn: Akteure wollen zurück zur geschlossenen Gesellschaft. Wir müssen nicht mehr weit klicken, um auf menschenfeindliche Einstellungen und Ausgrenzungswünsche zu treffen. Was unsere Demokratie jetzt braucht, sind unkonventionelle Taten – raus aus den Routinen und üblichen Debatten.

Wieso eine lange Tafel?

Die Tafel ist seit jeher ein Symbol für Geselligkeit, Gastfreundschaft, Gemeinsamkeit und Begegnung. An einer Tafel wird auch diskutiert und gestritten. Aber sie bietet den Rahmen für einen respektvollen, menschlichen Umgang miteinander. Am Tag der offenen Gesellschaft wollen wir diese Werte stärken. Um das gemeinsame Essen und Trinken herum kann vieles Weitere passieren, je nach Gestaltung vor Ort: Erzählen wir uns Geschichten? Macht jemand Musik? Tanzen wir am Ende?

Wer macht mit?

Hoffentlich Sie! Es beteiligen sich jetzt schon ganz unterschiedliche (Bevölkerungs-) Gruppen und Organisationen: Privatpersonen, Schulen, Jugendclubs und alternative Projekte, Musikverbände, Theater, Initiativkreise, Städte, Unternehmen und Verbände.

Wer hat die Aktion initiiert? Gibt es einen parteipolitischen Hintergrund?

Der Tag der offenen Gesellschaft wurde von der Diakonie Deutschland und unserer bürgerschaftlichen Initiative Offene Gesellschaft ins Leben gerufen. Laufend schließen sich weitere Organisationen dem Aufruf an. Einen parteipolitischen Hintergrund gibt es nicht.

Wieso findet der Tag der offenen Gesellschaft am 17. Juni statt?

Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 ist eine der großen Wegmarken deutscher und europäischer Freiheitsgeschichte. Er steht für den Einsatz für Freiheit, Demokratie und Einheit und nimmt eine bedeutende Rolle im kollektiven Gedächtnis und in der Geschichtskultur des vereinigten Deutschland ein. Mit der Revolution von 1848 und dem Widerstand gegen Hitler symbolisiert dieser Tag den Freiheitswillen und die Freiheitstraditionen der deutschen Geschichte. Wir erinnern an die Zivilcourage von damals, die uns Mut machen sollte, Demokratie und Freiheit täglich aufs Neue zu verteidigen.

Der 17. Juni fällt in den Ramadan – passt das zusammen?

Der Tag der offenen Gesellschaft fällt in den muslimischen Fastenmonat Ramadan. Viele Musliminnen und Muslime dürfen in dieser Zeit erst nach Sonnenuntergang essen und trinken. Einem gemeinsamen Fest steht das aber nicht im Weg, schließlich stehen an dem Abend das Zusammensein und gute Gespräche im Mittelpunkt. Eine weitere Möglichkeit: das Essen wird in die Zeit nach Sonnenuntergang um 21.30 Uhr verlegt oder verlängert, damit alle daran teilhaben können.

 

MITMACHEN
 

Wie kann ich mitmachen?

Indem Sie bei einer Tafel vor Ort zu Gast sind (Liste aller Tafeln) oder indem sie eine eigene Tafel auf die Beine stellen (Anmeldung). Damit der Tag zu einem großen Demokratie-Fest wird, freuen wir uns auch über Hilfe beim Weitersagen – persönlich und online.

Wie richte ich eine Tafel aus?


Vorab: alles ist möglich – von der kleinen Runde mit der Nachbarschaft im Garten bis zum Riesen-Picknick am Ostseestrand. Überlegen Sie, welche Mittel Sie haben. Am schönsten arbeitet es sich im Team. Wer kocht was? Wer lädt wen ein? Auf welches Programm haben Sie Lust? Eine Diskussion? Ein Erzählabend? Karaoke? Zusammen entstehen oft die besten Ideen und es eröffnen sich viele Möglichkeiten. Im Zentrum steht die Idee des gemeinsamen Tafelns. Die konkrete Umsetzung ist Ihnen überlassen. Im Download-Bereich sammeln wir für Gastgeberinnen und Gastgeber unverbindlich Format-Ideen für das Begleitprogramm.

Wozu die Anmeldung?

Die Anmeldung privater und öffentlicher Tafeln ermöglicht es uns, im Vorfeld mit Ihnen zu kommunizieren und ein großes, gemeinsames Zeichen zu setzen. Sie bleiben über Neuigkeiten und Hilfestellungen rund um den 17. Juni auf dem Laufenden und erhalten Zugang zum Download-Bereich mit hilfreichen Materialien, etwa zu Vorlagen für Flyer und Poster.

Muss der Ort und die Zeit meiner Tafel hier öffentlich sichtbar sein?

Nein, bei der Anmeldung gibt es zwei Möglichkeiten. Sie können ihre Ankündigung öffentlich schalten – so können Interessierte sie finden. Das bietet sich vor allem bei großen, öffentlichen Tafeln an. Oder Sie stellen Ihre Anmeldung auf privat. Das macht Sinn, wenn Sie beispielsweise nur 10 Plätze haben und genau wissen, wen Sie an den Tisch einladen. Auf unserer Webseite wird dann zwar dargestellt, dass in Ihrer Region eine Tafel stattfindet, allerdings ohne die Adresse. Interessierte Mitstreiter aus der Region können Sie allerdings kontaktieren, wenn Sie das wünschen.

In welchem Zeitraum finden die Aktionen statt?

Am 17. Juni 2017 um 17 Uhr geht es los! Wie lange die Tafeln dann dauern, ist ganz den Gastgeberinnen, Gastgebern und Gästen überlassen.


Wie trägt meine Tafel dazu bei, ein großes öffentliches Zeichen zu setzen?

Unsere Redaktion begleitet den Abend live – über die sozialen Medien und auch über die Webseite. Sie können helfen ein weithin sichtbares Zeichen zu setzen, indem Sie uns Eindrücke, Fotos und Videos senden und/oder diese unter dem Hashtag #dafür in den sozialen Medien posten. Im Vorfeld geben wir Bescheid, wie wir am Tag selbst alle gemeinsam wirbeln – von Passau bis Oldenburg, von Aachen bis Cottbus.

Muss es eine Tafel sein?

Die Tafel steht für Begegnung, Geselligkeit und Gastfreundschaft – auch wegen ihres Symbolcharakters bildet sie das zentrale Element des Tags der offenen Gesellschaft. Das Fest lebt aber von Ihren Ideen und Ihrer Kreativität. Sie können also gerne den Gedanken der Tafel ganz nach den eigenen Vorstellungen umsetzen.

Muss ich meine Veranstaltung bei der Kommune / dem Ordnungsamt anmelden?

Das kommt natürlich darauf an, wo Ihre Tafel stattfinden soll. Wenn Sie zum Beispiel eine Straße besetzen und auf dem Rathausplatz feiern möchten, müssen Sie das natürlich anmelden. Die Handhabung ist hier von Bundesland zu Bundesland verschieden. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, so früh wie möglich bei den Ämtern anzufragen, ob eine Tafel im öffentlichen Raum möglich ist.


Welche Materialien kann ich für den Tag der offenen Gesellschaft nutzen?

In unserem Download-Bereich für angemeldete Gastgeberinnen und Gastgeber finden Sie Plakate, Einladungen und Flyer sowie Anregungen, wie Sie den Abend gestalten können. Bis zum 17. Juni werden wir diese Sammlung beständig erweitern. Als einer der ersten Unterstützer des Aufrufs stellt die Drogerie-Kette dm Tischdecken für die Tafeln zur Verfügung.

 

 

Kooperationspartner:

 

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Unterstützer und Förderer:

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