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20.09.2018

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Initiative Offene Gesellschaft

Buchtipps für 2018

Wir haben mal im Team 'rumgefragt: Welche Bücher nehmen Zeitgeist und Zukunft der offenen Gesellschaft in den Blick? Welche Texte bewegen uns gerade in Gedanken? Wir freuen uns über weitere Tipps.

Wer werden wir gewesen sein?

Der (2015 verstorbene) Autor und Moderator Roger Willemsen blickt in Gedanken auf unsere Zeit zurück. Melancholisch, resigniert, und doch kämpferisch. Was Willemsen von uns fordert ist nichts weniger als "Geistesgegenwart". Roger Willemsen: Wer wir waren: Zukunftsrede, S. Fischer Verlag, 2016

Politisch leben

Ein 50 Jahre alter Essay aus dem Nachlass der Philosophin Hannah Arendt lenkt den Blick zurück in die Revolutionsgeschichte. Und stellt dabei eine zeitlose Frage: Was bedeutet es, frei zu sein? Hannah Arendt: Die Freiheit, frei zu sein, dtv Verlag, 2018

Die Welt wird immer besser!

… meint der Harvard-Psychologe Steven Pinker. Was für ein Blödsinn? Pinkers Loblied auf Vernunft, Wissenschaft und Fortschritt erscheint im September auch auf Deutsch. Einen Vorgeschmack gibt’s hier. Steven Pinker: Enlightenment Now: The Case for Reason, Science, Humanism and Progress, Viking Verlag, 2018

Die redaktionelle Gesellschaft

Für den Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen ist Medienmündigkeit eine "Existenzfrage der Demokratie". Pörksens Forderung: Journalistisches Handwerk muss zur Allgemeinbildung werden. Bernhard Pörksen: Die große Gereiztheit: Wege aus der kollektiven Erregung, Hanser Verlag, 2018

Alarmglocken für die offene Gesellschaft

Wenn jemand kritische Medien zu "Feinden des Volkes" erklärt und den politischen Gegner ins Gefängnis wünscht, sollten wir knallwach sein. Warum, zeigen die Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt. Steven Levitsky, Daniel Ziblatt: Wie Demokratien sterben. Und was wir dagegen tun können, DVA Verlag, 2018

Liebe, tatsächlich!

Während sich aktuell viele Bücher um die (neue) Hasskultur (im Netz) drehen, stellen Michaela Vieser und Irmela Schatz Liebesbräuche und Liebessymbole aus aller Welt vor. Gegen den Trend sozusagen. Love it! Michaela Vieser, Irmela Schatz: Für immer und jetzt. Wie man hier und anderswo die Liebe feiert, Kunstmann Verlag 2016

Die Gleichgültigkeit der anderen

Ulrich Alexander Boschwitz beschreibt die Odyssee eines jüdischen Geschäftsmanns nach den Pogromen von 1938. Innerhalb einer Woche verliert Otto Silbermann seinen Wohlstand, seine Familie, seine Freunde und am Ende seinen Verstand. Der Roman erschien 1939 auf Englisch und erst dieses Jahr auf Deutsch. Ulrich Alexander Boschwitz: Der Reisende, Klett-Cotta Verlag, 2018

Das Integrationsparadox

Wer davon ausgeht, dass Konfliktfreiheit ein Gradmesser für gelungene Integration und eine offene Gesellschaft ist, der irrt. Konflikte entstehen nicht, weil die Integration von Migranten und Minderheiten fehlschlägt, sondern weil sie zunehmend gelingt. Aladin El-Mafaalani nimmt in seiner Gegenwartsdiagnose eine völlige Neubewertung der heutigen Situation vor. Aladin El-Mafaalani: Das Integrationsparadox, Kiepenheuer & Witch 2018

Das Beste kommt noch

Deutschland steht vor der Herausforderung, Zuwanderung als "Prozess der Ent-Fremdung" zu gestalten, also einen Kompromiss zwischen Neuem und Bestehendem zu finden. Marina und Herfried Münkler erzählen von einem Land, das seine besten Zeiten noch vor sich hat. Marina Münkler, Herfried Münkler: Die neuen Deutschen, Rowohlt Berlin Verlag 2017

Eigene Buchtipps? Wir freuen uns über Hinweise via Kommentar - am Besten mit kurzer Begründung.

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