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28.01.2019

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Maike Carius

Demokratie beginnt vor der Haustür

​​​​​​​Mit einer neuen Plattform bieten wir Kommunen die Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen: für Freiheit, Vielfalt, Demokratie und eine starke Zivilgesellschaft.

In der nordrheinwestfälischen Gemeinde Odenthal ist die offene Gesellschaft „Chefsache“ und „gelebter Alltag“, wie Claudia Kruse vom dortigen Bürgermeisterbüro es ausdrückt. Andernorts ist das genaue Gegenteil zu beobachten. In einem mecklenburg-vorpommerschen Dorf versuchen Rechtsextreme beispielsweise seit Jahren eine „völkische Dorfgemeinschaft“ aufzubauen.

Auf der lokalen Ebene zeigt sich, wie gut das Zusammenleben funktioniert. Oder eben nicht. Kommunen sind nicht nur die Orte, an denen sich Entscheidungen der großen Politik ganz konkret auswirken, genau hier geht es los mit der Demokratie. Sind wir zufrieden mit unseren lokalen und persönlichen Lebensbedingungen? Werden unsere Probleme wahrgenommen und funktioniert die politische Vertretung unserer Interessen? Was können wir durch persönliches Engagement erreichen?

Anders als es manche Schlagzeilen vermuten lassen, ist es recht gut um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland bestellt, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Dezember 2017 zeigt. Aber er ist auch bedroht – durch eine Reihe von Herausforderungen, die oft in dem Gefühl münden, dass es in der Gesellschaft nicht gerecht zugeht. In strukturschwachen Regionen ist dieses Gefühl stärker ausgeprägt als in wohlhabenden, im Osten stärker als im Westen.

Als Orte, an denen demokratische Teilhabe unmittelbar möglich ist, kommt Kommunen eine ganz besondere Verantwortung zu, die Kommunalpolitik hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie friedlich, fair und vielfältig wir miteinander leben, wie lebenswert die Gemeinde, die Kleinstadt oder der Landkreis sind – und wie zukunftsfähig.

Kommunen der offenen Gesellschaft 

Gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung geben wir denjenigen Kommunen, die diesen Herausforderungen im Sinne einer offenen Gesellschaft begegnen, eine Sichtbarkeit: Die Plattform „Kommunen der offenen Gesellschaft“ gibt Orten, Gemeinden und Landkreisen, die sich als weltoffen verstehen und die die demokratischen Werte unseres Grundgesetzes bewusst leben, die Möglichkeit, Flagge zu zeigen. Einfach als Selbsterklärung, ohne Kriterienkatalog, der erfüllt werden müsste. Wir setzen auf die selbst erklärte Haltung und das damit einhergehende Engagement der Kommunen.

Neben Portraits der beteiligten Kommunen werden auch thematisch passende Veranstaltungen und Aktionen sowie zivilgesellschaftlich Aktive in der Region gezeigt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden hier eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner, etwa für Projekte und Veranstaltungen.

Bislang sind schon 23 Kommunen dabei, und das ist erst der Anfang. Wir freuen uns über alle Kommunen, die gemeinsam Flagge zeigen: für die Demokratie und für ein friedliches Miteinander ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Maike Carius verantwortet den Bereich "Freundeskreis und Aktionen"

Zur Person: Maike Carius verantwortet den Bereich „Freundeskreis und Aktionen“ der Initiative Offene Gesellschaft. Als Koordinatorin für die Kommunen der offenen Gesellschaft freut sie sich über Anregungen, Fragen und Ideen. Kontakt: m.carius@die-offene-gesellschaft.de

Titelfoto: Fest der Kulturen in Hannover. Foto: Ch. Wyrwa

 

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