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30.11.2017

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Dr. Kirsten Witte

Farbe bekennen für eine offene Gesellschaft!

In der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Altena wurde Bürgermeister Hollstein, der für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt ist, von einem Mann mit einem Messer attackiert. Dr. Kirsten Witte ruft zu noch mehr Mut und Engagement als Antwort auf die Tat auf.

Wir müssen – jeder für sich an seinem Platz – aufstehen und gemeinsam deutlich machen, dass es uns ernst ist mit unserer Willkommenskultur und unserem Willen zur Integration.

Dr. Kirsten Witte, Bertelsmann-Stiftung

Die Bilder sind uns noch gut in Erinnerung von dem Tag, an dem die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf offener Straße von einem Messerstecher angegriffen und lebensgefährlich verletzt wurde.

Und nun ist es wieder passiert. In einem Imbiss in Altena wurde Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein von einem Mann mit einem Messer angegriffen

Zum Glück wurde er gerettet - von einem Imbissbesitzer und dessen Vater.

In was für einem Land leben wir, wenn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ihres Lebens nicht mehr sicher sind, wenn Mitbürgerinnen und Mitbürger so von Hass beseelt sind, dass sie ihren Stadtoberhäuptern auf offener Straße das Messer an die Kehle setzen?

Wir müssen genauer hinschauen, dürfen das Ganze nicht als Einzeltaten zweier geistig Verwirrter abhaken. Denn wir wissen: Überall in Deutschland bekommen Kommunalpolitikerinen und -politkier Droh- und Schmähbriefe. Letztlich sind diese Taten der Gipfel einer beginnenden gesamtgesellschaftlichen Entgleisung. Ausländerfeindlichkeit wird zunehmend hoffähig, Pegida-Geschrei und Gewalt ersetzen Argumente.  Die demokratische Mehrheit der Gesellschaft muss dem etwas entgegensetzten.

Ermutigend ist, dass die Bürgerinnen und Bürger von Altena noch am selben Abend mit Lichtern und Kerzen auf die Straße gingen und ihre Solidarität mit dem Bürgermeister und der Altenaer Flüchtlingspolitik deutlich machten. Ermutigend ist, dass Bürgermeister Hollstein sich trotz des Angriffs nicht von seinem Engagement abhalten lässt, sondern weitermachen will. Respekt für seinen Mut und sein Engagement!

Ermutigend ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtoberhäupter sich öffentlich zur offenen Gesellschaft bekennen.

Wir müssen – jeder für sich an seinem Platz – aufstehen und gemeinsam deutlich machen, dass es uns ernst ist mit unserer Willkommenskultur und unserem Willen zur Integration.

Zur Autorin:

Dr. Kirsten Witte ist bei der Bertelsmannn Stiftung Direktorin des Programms "LebensWerte Kommunen".

Titelbild: Pexels

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