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18.12.2017

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von André Wilkens, Mitbegründer und Vorstand der Initiative Offene Gesellschaft

Gute Vorsätze für die offene Gesellschaft: So soll es 2018 weitergehen

Die offene Gesellschaft ist in aller Munde, nicht nur unter unseren Freundinnen und Freunden. Nein, auch bei Politikern fast aller Couleur bis hin zum Bundespräsidenten, auf Festivals, bei der Diakonie, den freiwilligen Feuerwehren bis rein in die Kneipen. In vieler Hinsicht ist die Bilanz unserer Initiative viel besser, als wir uns das am Anfang hätten ausmalen können. Aber wie sieht die politische Bilanz aus?

Seit Ende September 2017 ist die drittstärkste Kraft im deutschen Bundestag eine Partei, die mit rechtsnationalen Sprüchen und Hetze Meinungsmache betreibt. Die sich ganz offen gegen eine offenen Gesellschaft stellt. Deutschland konnte sich scheinbar doch nicht, wie bisher, einem internationalen Rechtsruck entziehen. Das wird in Europa und der Welt wahrgenommen.

Aber wir haben keine Zeit für Pessimismus. Die offene Gesellschaft hat immer noch die Mehrheit in der Gesellschaft, auch im deutschen Bundestag. Aber die Trennlinien werden offensichtlicher und treffen nun auch tagtäglich im Bundesparlament aufeinander.

Klar ist, wir dürfen jetzt nicht resignieren oder uns in unsere Schrebergärten zurückziehen. Wir müssen dranbleiben, aus unseren Fehlern lernen, besser werden, überzeugender, kreativer, öffentlicher, auch mal über unseren Schatten springen, oder gerade eben das letztere.„Wir dürfen kein Verpissertum zulassen“, wie es einer unsere Mitgründer, Martin Roth, zuletzt immer sagte.

Also was tun? Unsere Antwort lautet: Was tun!

Wir werden unsere Freundespatform ausbauen und verbessern, digital, aber auch analog durch Treffen wie in zuletzt in Berlin, Dresden, Hamburg, Hannover, Stuttgart. Die vielen aktiven Freundinnen und Freunde der offenen Gesellschaft sind das Fundament unserer Initiative.

Wir werden unsere Debatteninitiative fortsetzen. Mit etablierten Formaten, wie „Welches Land wollen wir sein?“, mit neuen Formaten wo gezielt Menschen aufeinander treffen, die sonst wahrscheinlich nie miteinander reden, jedenfalls nicht über unsere Gesellschaft. In großen Räumen wie den Theatern und in kleinen, wie den Kneipen.

Wir werden Formate schaffen, um zusammen unsere offene Gesellschaft weiterzuentwickeln. Denn die offene Gesellschaft braucht eine Zukunft und die kann nicht einfach von Experten und Politikern am Schreibtisch vorgeschrieben werden. Wir nennen es unseren „Bürger Think Tank“.

Wir werden den Tag der Offenen Gesellschaft zu einem nationalen, vielleicht sogar internationalen Feiertag machen. Der Tag soll zeigen, wie viele wir sind und dass eine offenen Gesellschaft neben viel Arbeit auch genauso viel Spass macht.

„Optimismus ist Pflicht“ tönte Karl Popper, „Man muss sich auf die Dinge konzentrieren, die gemacht werden sollen und für die man verantwortlich ist.“ In diesem Sinne freuen wir uns auf die Zusammenarbeit. Denn es gibt viel zu tun. Packen wir es an.

Titelbild: © Max Bohm

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