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17.07.2018

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Alexander Wragge, Initiative Offene Gesellschaft

Was für ein Tag!

Ein großer Schritt ins Freie, eine ziemlich unglaubliche Gemeinschaftsaktion, eine riesige Debatte ... das alles war der Tag der offenen Gesellschaft 2018.

 

Inmitten reichlich verwirrender Zeiten hat der 16. Juni 2018 ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Menschen haben sich ein Herz gefasst und einfach mal was #dafür getan. Für das Miteinander. Für den Zusammenhalt. Für eine Gesellschaft, die wir verbessern können, die sich (neu) kennenlernt, die Mut und Ideen hat.

Im Norden, Süden, Osten, Westen. In Dörfern und Städten. Auf Wiesen und Wegen, Plätzen und Bootstegen ... haben geschätzte 25.000 Menschen den Tag der offenen Gesellschaft gefeiert! Hunderte Fotos, Videos und Momente gibt es hier.

Jetzt gilt es, die Energie dieses Tages zu bewahren und dranzubleiben. Nach dem Tag ist vor dem Tag. Machen wir zusammen weiter, als Freundeskreis der Offenen Gesellschaft!

WAS PASSIERT IST ...

Kiel
Straßenbesetzung in Kiel. Foto: privat

Dieser Tag war ein großer Schritt ins Freie!

Hundertfach wurde der öffentliche Raum erobert. Auch in Kiel. Hier stellte Sabine einfach einen Tisch vor's Haus. Was dann geschah, war ziemlich cool. Viele Passanten blieben stehen und setzten sich dazu. Sabine lernte zwei Taiwanesinnen, einen Kalifornier, einen Syrer und ein paar Deutsche kennen, wie sie uns schreibt. "Manchmal muss man einfach nur den Mut aufbringen, fremde Menschen anzusprechen und neugierig sein auf ihre Geschichten." Die Nachbarn im Haus waren im Vorfeld etwas skeptisch, doch einer von ihnen leistete entscheidende Hilfe – mit einem Tisch und einer Kabeltrommel.

Holzkirchen (Bayern) feiert
Holzkirchen (Bayern) feiert. Foto: Ulrike Henking

Dieser Tag war eine ziemlich unglaubliche Gemeinschaftsaktion!

Noch lange wird sich Tafelorganisatorin Ulrike Henking an den bewegenden Moment erinnern, als im südbayerischen Holzkirchen plötzlich von allen Seiten Leute mit Tischen und Stühlen unterm Arm auf den Marktplatz kamen und zusammen eine Tafel aufbauten. Es folgte großer Tag mit verschiedensten Menschen aus aller Welt. "Wir wollten ein Zeichen setzen, dass wir die Verschiedenheit unserer Bürger als Bereicherung sehen." Zeitgleich passierte überall im Land Ähnliches – im Osten genauso wie im Westen, in Berlin Neukölln genauso wie in Möhrendorf in Mittelfranken.

Moschee
Moschee meets Gemeinde meets Gäste von überall. Foto: Peter van Heesen

Dieser Tag hat viele tausend Begegnungen geschaffen

... auch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Glaubens. So etwa in Berlin: Vor einem Jahr hat die Anwältin Seyran Ates hier mit anderen die liberale Rushd Goethe-Moschee gegründet, beherbergt in einem Raum der Evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten. Nun lud man gemeinsam in den Hof. Seyran Ates: "Was wir heute machen, ist das Erleben und Leben der offenen Gesellschaft."

Flugfeld Berlin
Zur Freiheit, zum Flugfeld! Szene in Berlin. Foto: Peter van Heesen

Dieser Tag war eine riesige Debatte

... zu den Themen, die tausende Menschen auf den Tisch brachten. Es ging um große Fragen wie das Zusammenleben oder Europas Zukunft genauso wie um lokale Dinge. Im niedersächsischen Tollendorf diskutierte man zum Beispiel stundenlang "in die Tiefe" – über die hiesige Landwirtschaft und die Nutzung des Waldes. Das ist doch mal eine Alternative zur Talkshowrepublik.

Luzern
Großer Rummel in Luzern. Foto: privat

Dieser Tag fand nicht nur in Deutschland statt

... auch Menschen in Frankreich, England, Finnland, Belgien, Österreich, Schweiz, Italien, Kroatien und den USA haben ihn gefeiert. Zu einem kleinen Straßenfest wurde das Ganze in Luzern (Foto).

Da hängt ein neues Poster in Stuttgart
Da hängt ein neues Poster in Stuttgart. Foto: privat

Dieser große Tag #dafür

... wird uns noch lange beschäftigen. Nach wie vor erreichen uns eure Fotos, Momente und Geschichten. Wir freuen uns über das, was Du erlebt hast und werden in den kommenden Wochen und Monaten davon erzählen. Falls Du Anekdoten, Erinnerungen und Ideen rund um den Tag teilen willst, schreib uns gerne an: freunde@die-offene-gesellschaft.de.

Danke

Ohne das unglaubliche Engagement so Vieler hätte der Tag der offenen Gesellschaft nicht zu diesem großen gemeinsamen Zeichen werden können.

Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern, all den Freundinnen und Freunden, sowie den Organisationen, die mit uns aufgerufen und gewirbelt haben.

Und ganz besonders danken wir unseren Ehrenamtlichen Melanie Berger, Christian Hänchen, Ahrabhi Kathirgamalingam, Andrea Dieck und allen anderen, die mit angepackt haben. Ohne Euch wäre all das nicht möglich gewesen!

Der Tag in den Medien

Zahlreiche Zeitungen, Magazine und Sender haben im Vorfeld und am Tag selbst berichtet. Hier eine Auswahl ...

"... dann bekommt man ein ganz anderes Bild von Deutschland"
Die Süddeutsche Zeitung war bei mehreren Tafeln in Berlin unterwegs und berichtet von einem Besuch bei den "vielleicht letzten Enthusiasten Deutschlands". Nebenbei: Zum Glück sind wir nicht die "letzten Pessimisten"! Lesen ...

"Einladung an Tafeln der Vielfalt"
Mit Nachbarn, Freunden und Fremden zusammen essen, trinken, diskutieren ... Deutschlandfunk Kultur hat mit unserem Mitbegründer Andre Wilkens gesprochen. Hören ...

„Ich hab schon Fussel auf der Zunge“
Wie verteidigt man erfolgreich die offene Gesellschaft? Katja Riemann in der taz über ihr Engagement abseits der Schauspielerei – für Demokratie und Menschenrechte. Schönster Satz: "Wir müssen das Unbekannte bekannt machen." Lesen ...

Ortsnamen

Wenn gefühlt mal wieder die Welt untergeht, hilft vielleicht die Erinnerung an diesen großen Tag im Sommer 2018. Überall im Land und darüber hinaus gibt es Menschen, die für eine offene Gesellschaft eintreten ...

 

 

 

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