Pop-up Bürger*forum

2020 jährt sich die deutsche Einheit das 30. Mal, doch in den öffentlichen Debatten erleben wir zusehends ein gespaltenes Land. Es ist Zeit, die Demokratie zu feiern, indem wir sie neu leben. Dafür wollen wir im Herzen der Republik einen Ort schaffen: das Pop-up Bürger*forum.  

Der Architekt Tobias Wallisser hat schon Mal einen Entwurf gemacht. So könnte ein Bürger*forum zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus aussehen, mitten im Herzen der Republik.

Gespalten statt vereint?

2020 steht das 30. Jubiläum der deutschen Einheit an, doch zurzeit erleben wir eher ein gespaltenes Land. Seit Jahren kreist die Debatte um alte und neue Gräben - zwischen Stadt und Land, zwischen Alt und Jung, zwischen Arm und Reich, zwischen Ost und West, zwischen Oben und Unten. Ob diese Trennlinien real sind oder nur herbeigeschrieben werden, lässt sich lange diskutieren. Klar ist: Spaltungstendenzen wirken tief in die Gesellschaft hinein. Schon ein flüchtiger Blick in die Kommentarspalten im Netz offenbart ein tiefes Misstrauen gegenüber der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft, den Mitmenschen. Eine neue Demokratieverachtung ist längst nicht mehr nur am extremen Rand zu spüren.

Die Idee

Was also tun? Wir finden, die beste Art unsere Demokratie zu feiern, ist ihre Kräfte neu freizusetzen. Mobilisieren wir das, was sie aus- und stark macht, ihren Ideenreichtum, ihren Zusammenhalt und ihre Offenheit, auch über Zugehörigkeiten hinweg. 30 Jahre Wiedervereinigung – diesen Anlass wollen wir nutzen und etwas gegen die Entfremdung tun. Ermöglichen wir ein neues Gespräch - zwischen Bürgerinnen und Bürgern genauso wie zwischen Regierenden und Regierten. Hierfür wollen wir im Rahmen der Einheitsfeierlichkeiten im Oktober 2020 einen neuen Ort schaffen. Die Idee: ein Pop-up Bürger*forum im Herzen der Republik. 
 

Das Forum soll ein Ort sein, an dem sich Bürger*innen und Politiker*innen neu begegnen und gemeinsam an der Zukunft der Demokratie arbeiten: inhaltlich fundiert, experimentierfreudig und konstruktiv. Welche Herausforderungen sind in unserer offenen Gesellschaft am dringlichsten? Welche Lösungen gibt es, welche neuen Wege und Ideen?

Hier fehlt was!

Rückblick: Kurioserweise gab es kurz nach der Wende schonmal den Plan, mitten in Berlin einen besonderen Ort für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Vor 25 Jahren wurde das neue Parlaments- und Regierungsviertel entworfen. Als sogenanntes ‘Band des Bundes’ verbindet es heute symbolisch den ehemaligen Ost- und Westteil der Stadt. Doch das ursprünglich geplante Kernstück wurde niemals gebaut: das Bürgerforum. Dieses Gebäude zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus sollte auch symbolisch klarstellen, wer der Souverän im Land ist, nämlich die Bürgerinnen und Bürger. Doch die Entwürfe hierzu versandeten. Anstelle des Bürgerforums befindet sich heute eine Grünfläche. Wann wäre ein besserer Zeitpunkt, die Idee eines solchen Ortes wieder aufleben zu lassen, als heute? Genau das haben wir vor.

2019 waren wir in 14 Orten und Städten unterwegs und sammelten mehr als 2.000 Ideen und Zukunftswünsche für die Gesellschaft von morgen. Hier zu sehen: eine Diskussion in Görlitz.

Wir wissen, was wir tun

Als Initiative Offene Gesellschaft haben wir in den letzten anderthalb Jahren mehr als 1.000 Debatten, Ideen-Labore und Begegnungs-Aktionen im ganzen Land begleitet und durchgeführt  – von Chemnitz bis Aachen, von Passau bis Schwerin.

 

Dabei haben wir viel darüber gelernt, was funktioniert und was nicht. Diese Erfahrungen wollen wir einbringen, um 2020 eine ganz neue Debatte zu ermöglichen. Dieses Land hat schon viele Umbrüche gemeistert: Schalten wir 30 Jahre nach der Wende frisch in den Ideenmodus.

 

Schon der Weg dorthin kann Kräfte freisetzen. Bei der Gestaltung des Programms bringen wir Vereine und Organisationen aus der Zivilgesellschaft zusammen. Wir setzen auf die Vorschläge und Ideen der Bürgerinnen und Bürger. Wir verankern das Bürger*forum auf lokaler Ebene im ganzen Land. Möglich ist vieles: Begegnungs-Aktionen, Ideenlabore, Konzerte, Kunst, Debatten und ausgeloste Bürger*räte ...

Bau mit uns das Bürger*forum

 

Der Countdown läuft. Um das Pop-up Bürger*forum pünktlich zum 3. Oktober 2020 in Berlin umzusetzen, freuen wir uns über deine Unterstützung!

Der Rückhalt wächst

Schon jetzt teilen viele Engagierte mit uns diese ganz konkrete Utopie – von der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin Marianne Birthler bis zum Architekten Tobias Walliser. "Viel mehr Menschen in diesem Land müssen wieder merken, dass sie gefragt sind“, sagt Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland und Vorstandsmitglied unserer Initiative Offene Gesellschaft. Auch im Parlament zeigt man sich für die Idee offen. Bundestagsabgeordnete aus (fast) allen Fraktionen haben in Gesprächen ihre Unterstützung angeboten. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ist als Partner in die Projektentwicklung eingestiegen. In zwei Round Tables haben wir viele Demokratie-Akteure aus der Zivilgesellschaft als Mitgestalter*innen gewonnen.   

Blog

Sie lebt!

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Max Bohm
Max Boom
Projektmanager Bürger*forum